Ich brauch noch einen hübschen Abschluss!
Eine Woche lang habe ich die Schweiz zu Fuss durchquert, dann bin ich vierzehn Tage lang durch Italien gefahren und gelaufen. In den letzten Tagen hab ich Ferien daheim gemacht, Familienmitglieder und Museen besucht. Morgen muss ich wieder arbeiten. Vorher will ich noch was tun. Hier und IRL, ich brauch noch einen richtigen Abschluss für die letzten vier Wochen, in denen ich im Urlaub war.
Ich wollte zuerst eine Liste aufstellen oder eine Rückschau schreiben. Ist mir aber zu trivial. Immerhin könnte ich das toll bebildern: Im Kunstmuseum Basel zeigen sie gerade, was sie neu in ihre Sammlung aufgenommen haben. Darunter ist ein Gemälde, das die exakt gleiche Perspektive zeigt, die ich bei meinem Marsch durch die Schweiz aus meinem Hotelzimmer in Meiringen genossen hab. Einfach 200 Jahre zuvor.

Ich will aber lieber nochmals etwas tun als eine Liste schreiben. Irgendwas, das die vier Wochen ergänzt. Oder abschliesst. Oder im Kontrast dazu steht. Und dann kommt mir in den Sinn: Ich bin ja in dem Süden gelaufen. Warum also jetzt nicht nach Norden? Da liegt Deutschland, per Luftlinie soll das knapp 20 Kilometer von Zürich entfernt sein. Scheinbar könnte ich bereits mit einem einzigen Tagesmarsch eine weitere Grenze erreichen. Das muss ich verifizieren! Das will ich ausprobieren! Das gibt ein schöner Abschluss!
Das Wetter sieht zwar wenig verheissungsvoll aus, vor allem ist es kalt. Ich wage es dennoch, ich laufe trotzdem los.
Weil es im neuen WatchOS 7 einen Bug gibt, kann ich keine GPS-Daten aus meiner Uhr ziehen und hier keine Karte zeigen. Die nackten Zahlen: Ich bin die 29,2 km in 5 h 18 gelaufen. Das ist eine so lange wie nette Strecke. Ein hübscher, entspannter Sonntagsspaziergang, bei dem sich die Sonne nicht zwingend zeigen muss.
Und dennoch etwas Besonderes: Ich bin Zuhause losgelaufen und habe ein paar Stunden später im Ausland Halt gemacht. Vor fast einem Monat habe ich fast das Gleiche in anderer Richtung gemacht, verliess die Schweiz aber erst nach einer Woche.
Das war ein Abenteuer! Ganz so aufregend war der heutige Marsch zugegebenermassen nicht. Aber dennoch denkwürdig und lustig. Ich lerne: Man braucht für ein Abenteuer nicht unbedingt viel Zeit. Man muss einfach los. Und in die richtige Richtung gehen.