Was hab ich denn erwartet?
Es ist herzig, dass ich gedacht habe, in Italien laufe es gleich wie (naja, vielleicht schon ein My schlechter als) in der Schweiz. Und dass ich meine Erfahrungen einfach mitnehmen und übernehmen kann und sich das dann irgendwie einrenkt. Aber es läuft halt so nicht.
Ich vermute nach wie vor, das Projekt, von Zürich ans Meer zu laufen, wär machbar. Nur hätt ich das besser vorbereiten müssen: Karten im Vorfeld auftreiben und studieren, Teile der Strecke mit Google Maps angucken. Und mein Vorgehen umkehren: Zuerst eine gute Route suchen und danach den Zeitplan bauen.
(Ironischerweise ist mir genau das passiert, was ich im Berufsleben immer beobachtet und kritisiert habe: Da hat man eine Website oder ein Produkt, was recht erfolgreich läuft. Kann man ja einfach duplizieren und damit einen neuen Markt aufmischen! Technisch ist das kein Problem; neuen Content/die notwendigsten Übersetzungen sollte man mit anderthalb FTEs schaffen. Vielleicht wird man nicht über Nacht Marktführer, aber man hat schon mal bewiesen, was man kann; den Erfolg sollte man sollte man also duplizieren können. Man launcht. Man verschickt eine MM mit dem Titel: «X erobert den Z-Markt.» Danach wird es sehr schnell sehr still. Im nächsten Jahresbericht ist das Projekt noch die Bemerkung «positive Entwicklung» wert.)
Das alles ist kein Unglück! Das war ja nur so eine Idee. Ich durfte zehn schöne und vor allem ganz besondere Urlaubstage erleben. So nebenbei hab ich eine Alpenüberquerung gemacht. Ich weiss nun (auch aus dem Frühlingsurlaub), dass ich zehn Tage am Stück auch über längere Strecken wandern kann, dass ich alles, was ich für längere Zeit zum Leben brauche, zu tragen vermag. Letzteres ist übrigens ein supergeiles Gefühl!
Nach ein paar herrlich langweiligen Tagen in Orta San Giulio und Novara, setze ich meinen Weg dort. Anders als geplant. Ich fahre ans Meer.