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Zu Fuss ans Mittelmeer

Etappe 1: Zürich–Rotkreuz

41,9 km • 8 h

Den ersten Pass hab ich schon gemacht, So richtig angeben kann ich nicht, mit ihren nicht mal 800 Höhenmetern gehört die Albispasshöhe zu den tiefsten Pässen der Schweiz. Allerdings jubeln die polnischen Velofahrer, die gleichzeitig mit mir die Passhöhe erreichen, so fest, dass ich mich anstecken lasse. Darum also doch: Fantastyczny!

Der Pass wird zu einem Wendepunkt der Wanderung. Ich bin vor der Haustür gestartet, durch Zürich gelaufen und der Sihl gefolgt – diese Strecke habe ich im Corona-Frühling ein paar Mal gemacht. Der Aufstieg durch Langnau und dann durch den Wald ist nicht weiter erwähnenswert.

Hinter dem Albis wird aber alles, alles schön! Da liegt der Türlersee, da hat es so viele hübsche Dörfli, die in eine lieblich modellierte Landschaft eingebettet sind. Das wird noch herziger, als ich den Kanton Zürich verlasse und das Zugerland erreiche. Da hat’s doch tatsächlich Weiler, die aus richtigen Bauernhöfen bestehen und deren Zufahrtsstrassen so eng sind, dass sie ohne Mittellinien auskommen müssen. Das Zug der Banker und Multis liegt in einer anderen Welt.

Ich erreich es schliesslich trotzdem, ich übernachte nämlich in Rotkreuz. Dazu musste ich über 40 Kilometer zurücklegen. Das war anstrengend, das hat sich aber gelohnt: Schön wurde es heute erst, als ich die bekannten Pfade verlassen hab.

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Postscriptum: Noch gestern Abend war ich unsicher, ob ich heute wirklich mit meiner Wanderung beginnen soll. Das ganze Wochenende hatte ich gekränkelt. Aber die Erkältung fesselte mich nicht ans Bett und ich fühlte mich zu gesund, um krank zu sein. Also sagte ich mir: Ich starte trotzdem. Vielleicht schwitze ich die Erkältung raus, vielleicht wird alles schlimmer, in jedem Fall hab ich dann Gewissheit.
Aktueller Zwischenstand: Ich bin sehr kaputt. Dies allerdings ist vermutlich normal.