Normalerweise gönn› ich mir Ende Februar ein paar Tage Ferien. Dieses Jahr ist ja weiterhin alles anders, aber ich will zumindest ein verlängertes Wochenende lang weg.
Wohin, das wusste ich lange nicht. Ich will in der Schweiz bleiben, aber wenn man wie ich kein Wintersportler ist, scheint dieses Land grad wenig attraktiv für Urlaub zu sein. Da entsann ich mich an die letzte Auszeit, als ich nach Italien lief. Und an den Tagesmarsch von meiner Wohnung nach Deutschland. Sowas will ich wieder machen, ich will wieder in ein anderes Land laufen. Frankreich wär schön.
Frankreich beginnt gleich hinter Basel, dahin könnte ich es in vier Tagesmärschen schaffen. Damit zumindest ein bisschen Ferienstimmung aufkommt, will ich in Hotels übernachten und nicht jeweils nach Hause fahren, vermutlich ist das sogar sinnvoller. Ansonsten bin ich den ganzen Tag an der frischen Luft – und sicher.
Ob mich die Grande Nation wirklich reinlässt? Ob ich danach einfach so wieder in die Schweiz darf? Ich weiss es nicht. Man wird es sehen. Ich will es aber nicht darauf ankommen lassen, im schlimmsten Fall mach ich auf den letzten Metern vor der Grenze Halt. Tant pis. Bekanntlich ist ja der Weg das Ziel.
Muss ich anfügen, dass dies eine sehr schöne Wanderung war? Sie war es. Weil die Sonne schien und es schon fast frühlingshaft warm war. Aber auch, weil ich durch mehrheitliche hübsche Gegenden laufen durfte. Es war alles herrlich chillig und sorglos und stressfrei. Ich lief sehr viel (in diesen vier Tagen 128 Kilometer), aber es kam mir nicht so vor. Ich war einfach im Flow. Ich durfte geniessen.