
Wir sind ja erwachsen. Darum müssen wir am am sechsten Januar nicht in aller früh Kuchen essen, um einen König zu küren. Wir können bis zum Abendessen warten.
Dafür schneiden wir dann gleich drei Stück an.
Der unserer Meinung nach beste Dreikönigskuchen der Stadt ist jener der Confiserie Honold. Er enthält Pistazien, Berberitzen, weisse Schokolade und Kardamom. Unterm Jahr ist er in anderer Form als «Petit Pain à l’Oriental» erhältlich, man kann also stets Dreikönigstag feiern. Es lohnt sich!
Ein solider Klassiker ist der von Sprüngli. Solid, weil die einzelnen Brötchen eine feine Schicht Bittermandel- und Haselnuss-Masse enthalten. Edel, weil der Kuchen sich so keck in die Höhe streckt und sehr hübsch aussieht.
Vor ein paar Jahren habe ich von einem Ausflug ins Elsass eine «Galette des Rois», einen französischen Dreikönigskuchen, mitgenommen. Das war mal was ganz anderes: kein Hefegebäck, sondern eine feine Mandelmasse, umhüllt von Blätterteig. Dieses Jahr konnte ich den Kuchen nicht importieren und musste ihn selber gebacken. Mit den andern beiden konnte er qualitativ und optisch natürlich nicht mithalten. Fein war er trotzdem. (Das Rezept ist von Dorie Greenspan)
Heute Abend wurden übrigens nur zwei Könige gekürt: Mein WG-Kollege sowie unser Gast konnten jeweils eine Krone ergattern. Der französische Kuchen ist erst zur Hälfte gegessen, da steckt die den König kürende Mandel noch unentdeckt drin. Ich werd den wohl morgen verschlingen. Alleine.