Kategorien
Kochen & Essen

Die ganze Banane

Neulich stolperte ich über ein seltsames Rezept. Und kurz darauf über ein ganz ähnliches. Ein Zeichen; ich wusste nun: Das muss ich ausprobieren!

Die beiden Rezepte erklären, wie man Chutney macht. Mit Bananen! Und zwar mit den ganzen Früchten. Also auch mit der ungeniessbaren Schale.

Wenn ich auf sowas stosse, muss ich es dann halt ausprobieren.

Das werde ich alles essen!

Ich hab also Bio-Bananen gekauft, bleibe aber skeptisch. Bananenschalen als Lebensmittel? Vorsichtshalber wässere ich sie gut zwei Stunden lang. Das bringt nichts, auch danach sind sie noch immer adstringierend und ungeniessbar.

Da hab ich halt mit dem Umsetzen schon begonnen, ich beschliesse, das durchzuziehen. Wenn schon im Rezept-Titel darauf hingewiesen wird, dass «Zero Waste» gekocht wird, werden die mich schon nicht verarschen. Denke ich.

Apropos Rezept: Das ist ziemlich simpel. Vielleicht ein bisschen zu simpel. Ich erlaube mir, es mit weiteren Zutaten anzureichern. Natürlich muss ich gleich wieder übertreiben! Als der Chutney fertig gekocht ist, wird der Bananengeschmack ziemlich überdeckt. Schade.

Wird mit den Bananen in einen Topf geworfen: Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Koriandersamen, Senfsamen, Peperoncini, Fenchelsamen, Zucker. Ausserdem kommt noch Essig dazu.

Andererseits ist nichts mehr von der Bananenschale auszumachen. Da schmeck ich nichts Bitteres, nichts Adstringierendes aus der Sauce raus, nichts was am Genuss stören könnte.

Das Versprechen ist also eingelöst worden. Bananen-mit-Schalen-Chutney ist eine ziemlich leckere Sache. Kann man nachmachen.

Als ich die Masse in Gläser abgefüllt habe, fällt mir dann doch auf, dass ich einen grossen Fehler gemacht habe. Ich hätte noch Kurkuma zugeben müssen, Dann wäre der Chutney bestimmt schön gelb geworden, so richtig bananig halt. Jetzt ist die Mass grau. Langweilig und wenig appetitlich.

Schön ist das alles nicht.

Das werde ich beim nächsten Mal besser machen. Wenn es ein nächstes Mal geben soll: Ich mache Chutney gerne, um Früchte und Gemüse vor dem Foodwaste-Tod zu retten. Bananen habe ich eigentlich nie zuhause. Und Früchte – und dann auch noch in Bioqualität – aus einem andern Kontinent herbeizuschaffen, nur um sie dann gleich zu verkochen, macht nun wirklich keinen Sinn.