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Tour des Alpes Vaudoises

Etappe 8: Gryon – Aigle

Gleich Gutzi geben! Die heutige, letzte Etappe führt vor allem bergab, ich könnte es also easy angehen. Doch der Wetterbericht hat auf drei Uhr eine Sintflut angedroht. Ich rechne. Wenn ich schnell laufe und nur kurz Mittag mache, sollte ich vorher am Ziel, in Sicherheit sein.

Der Weg ist mein Freund. Es geht zuerst steil herunter, dann auf Asphalt weiter. Ich komme rasch voran. Nach den Salzminen von Bex verstehe ich den Weg aber plötzlich nicht mehr.

Er wird arg beliebig. Warum er so verläuft, wie er verläuft, ist mir nicht immer klar. Könnte an sich egal sein, wenn ich nicht wiederholt steile Weinberge hochgejagt würde. Und wenn mich die Wetter-App, die die Ankunft des Gewitters fortlaufend vorverschiebt, nicht so stressen würde.

In Ollon tröpfelt es schon! Ich überleg, ob ich in einem Restaurant Zuflucht suchen oder einfach weiterlaufen soll. Ich sehe eine Kinderzeichnung. Sie soll wohl in Zeiten von Corona Zuversicht verbreiten. Sie sagt: Tout ira bien. Meine Rede! Ich laufe weiter, einen letzten Weinberg hoch.

Dann, ich bin schon fast beim Schloss von Aigle, vielleicht 20 Minuten vom Bahnhof entfernt, als mich die Realität dann doch einholt. Über mir entlädt sich ein Platzregen. Binnen kürzester Zeit bin ich vollkommen durchnässt.

Ich zucke mit den Schultern. Ich hatte nun acht Tage lang absolutes Wetterglück. Dass mich der Regen nun erst erwischt hat, nehme ich sportlich. Ausserdem bin ich ja gleich am Bahnhof, wo ich aus dem pflotschnassen Kleidern schlüpfen kann.

Tout ira bien!

Start im niedlichen Gryon
Start im niedlichen Gryon
Bach vs. Kalk
Bach vs. Kalk
Die Salzminen von Bex
Die Salzminen von Bex
Weinberg
Weinberg
Wiedersehen mit der Gryonne. Das Tal, in dem sie entspringt, habe ich in den beiden Etappen zuvor besucht.
Wiedersehen mit der Gryonne. Das Tal, in dem sie entspringt, habe ich in den beiden Etappen zuvor besucht.
im Weinberg
im Weinberg
Ollon
Ollon
Alles wird gut
Alles wird gut
Schloss Aige, gleich nach dem Gewitter
Schloss Aige, gleich nach dem Gewitter
Fast auf die Stunde genau bin ich eine Woche zuvor hier hochgelaufen
Fast auf die Stunde genau bin ich eine Woche zuvor hier hochgelaufen
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Tour des Alpes Vaudoises

So war’s in den Waadtländer Alpen

Ich fand’s super!

Das war eine äusserst tolle Wanderwoche! Ich durfte viel Schönes und Eindrückliches sehen. Es sind weniger Highlights, die mir in Erinnerung bleiben werden, als vielmehr ein stimmiges Ganzes.

Mir ist erst unterwegs bewusst worden, dass ich zum ersten Mal acht Tage lang am Stück wandere und alles, was ich in dieser Zeit brauche, mit mir mitschleppe. Dies schaffte ich ohne Probleme. Wobei die Tour halt auch nicht übermässig anstrengend ist! Hätte ich die Tagesetappen einzeln gemacht, hätten sie durchaus anspruchsvoller sein dürfen. Am Stück fand ich sie so aber gerade richtig; ich wollte ja eine Woche Urlaub machen und mich nicht verausgaben. (Ambitioniertere Wanderer finden am Wegrand genügend attraktive Umwege, um die Tour nach Belieben zu erweitern.)

Es fühlte sich tatsächlich wie Urlaub an. Was auch daran liegt, dass ich mich schon ein bisschen in der Fremde fühlte. Zwar vernahm ich um Chateau-d’Oeux hin und wieder Schweizerdeutsch, aber grundsätzlich musste ich mich in einer Fremdsprache verständigen. Ich sah auch fast nur VD-, VS und ein paar französische Nummernschilder – Deutsche und Zürcher kennen diese Gegend offensichtlich noch nicht. Ein echter Geheimtipp!

Nun habe ich diese Tour gemachte, ich kann sie von meiner Bucket List streichen. Die Gegend aber bleibt auf der To-Do-List; ich will hier noch das eine oder andere Wochenende verbringen. Ich habe das Gefühl, ich habe noch lange nicht alles entdeckt.