
Angefangen hat es mit dem billigsten Smartspeaker von Google. Ich brauche den für ein Projekt im Studium, sagte ich mir damals, was dann doch nicht stimmte. Aber ich begann, mit ihm rumzuspielen. Dann musste ich einen neuen Wecker kaufen. Warum nicht digital, also so richtig digital? Darum stellte ich einen Nest Hub neben mein Bett. Und plötzlich war es normal, einfach in den Raum zu rufen, wenn ich Musik hören oder das Licht ausschalten wollte.
Dann musste ich mir zugestehen: Vielleicht ist dieses Sprachbefehlzeug, an das ich lange nicht so recht glauben wollte, ja doch auch etwas für mich.
Ein bisschen Smarthome hab ich mit Philips-Hue-Lampen in vier Zimmern ja schon. Wenn ich nächstes Jahr eine neue Wohnung beziehe, kommt sicher noch das eine oder andere Gadget hinzu. Gleichzeitig war ich mit der Art, wie ich Musik höre, nicht mehr zufrieden. Also musste in Smartspeaker her. Ausrede: Das schenk ich mir zu Weihnachten.
Konsequent wär nun Nest Audio gewesen, doch ich wollte mir was «Richtiges» gönnen. Ökonomisch korrekt wäre ein Ikea Symfonisk gewesen (davon hat mein WG-Kollege schon ein paar in der Wohnung verteilt), aber der ist mir zu wenig smart – ich will mit dem sprechen können. Also ein Sonos One oder gar ein Bose Home Speaker? Schon, aber…
Aber wenn ich so ein System aufbaue, gebe ich einmal mehr Kontrolle an Google und/oder Amazon ab. Es ist schon schwer genug, sie daran zu hindern, Kontrolle über mich, mein Leben und meine Werkzeuge zu haben, und noch schwieriger, sie loszuwerden. Wenn ich sie in meine Wohnung lasse, bring ich sie nie wieder raus.
Mit diesen Überlegungen verschwindet die riesige Auswahl an Smartspeakern fast vollständig. Übrig bleibt nun einzig der HomePod.
Also wieder mal Apple!
Ganz glücklich macht mich das nicht. Ich bin schon fest genug ans Ökosystem von Apple gekettet, nun bindet mich Cupertino noch enger an sich. Andererseits vertrau ich Apple halt mehr als Google und Amazon, es ist die Firma, die ich – wenn ich noch weitere Lautsprecher kaufe – am ehsten in mein Schlafzimmer und in die Küche lassen mag.
Der Lautsprecher selber ist übrigens wirklich so sexy wie in der Werbung und überraschend schwer, das verleiht im Gravitas. Allerdings – und das überrascht mich, weil ich ja kein Audiophiler oder Musiker bin – haut mich sein Klang nicht aus den Socken. Ich hätte mir ein bisschen mehr Klarheit gewünscht.
Aber er petzt – hoffentlich – nicht weiter, wann ich aufstehe und mit wem ich telefoniere.