So! Wieder mal geh ich los, wieder mal einem Flüsschen entlang, wieder mal stetig steil bergauf. Dann kommt ein Pass. Dann geht es noch höher. Das wiederholt sich, auch heute, und ich kriege darum eine kleine Mid-Way-Crisis. Aus einer leichten Verstimmung wird ziemlich schlechte Laune, weil ich nicht mehr links und rechts gucken mag und dabei ein paar Highlights verpasse oder nicht honoriere (das Schlachtfeld Trechadèze, die Gipspyramiden…). Es ist ein Teufelskreis!
Beim Übergang L’Encrène wird der durchbrochen. Ich sehe hier in die Ferne und gleichzeitig in die Vergangenheit; ich erkenne Berge, ganz weit weg, an deren Hängen ich in den letzten Tagen gewandert bin. Ein bisschen bin ich stolz auf das Geleistete.
Die Wanderung wird nun auch einfacher und schöner. Ich laufe an einigen Bergseen vorbei. Plötzlich sind da so viele Menschen. Ich staune – eben war ich noch fast alleine auf dem Weg, woher kommen die plötzlich? Später merke ich, dass sie ein Zug bequem von Villars-sur-Ollon auf den Col-de-Bretaye hochgekarrt hat.
Diesen Service kann ich nicht in Anspruch nehmen, ich muss da hinunterlaufen. Das geht zum Glück recht zügig, und schneller als gedacht komme ich im vielleicht ein bisschen zu pseudo-poshen Villars-sur-Ollon an.