Schweiz Nordsüd: Etappe 15

Ich laufe durch zwei Täler.

Ich wandere von

Robiei

nach

Someo

Bergbahn

Zur Erinnerung: Am Vorabend mochten Dave und ich von Robiei nicht mehr ins Tal laufen, wo unser Hotel war. Darum habe ich heute früh die erste Bergbahn hoch genommen. Das Schlimme daran war allerdings nicht das Frühaufstehen oder ein – ich gebs nicht gerne zu – schlimmer Kater. Sondern die atemberaubend-gefürchige Fahrt mit der Luftseilbahn. Ist nicht so mein Ding, und so schaute ich nie raus. Musste ich auch nicht – ich gehe diese Strecke ja zu Fuss.

Von Robiei nach San Carlo.

Fellibach

San Carlo. Als ich ankomme, liegt mein heutiger Wanderpartner Dave noch im Bett. Er begleitet mich ja nur auf einigen Etappen, er hat nicht den Anspruch, die ganze Schweiz zu durchwandern. Darum machte es für ihn keinen Sinn, die mit der Luftseilbahn bereits zurückgelegte Strecke abzulaufen. Kann ich verstehen.
Wir frühstücken. Ein Novum für mich: Ich bin noch nie zuvor anderthalb Stunden lang gewandert, zum Hotel zurückgekehrt und habe dann erst die erste Mahlzeit des Tages eingenommen.

Kirche

Die erste von unzähligen Kirchen und Wegstöcklein, denen wir im Bavona-Tal begegnen werden.

Sonlerto

Sonlerto. Einst ein bitterarmes Bergbauerndörflein, heute eine gehobene Wochenend-Kolonie für Tessiner Besserverdiener.

Wegstock

Wie gesagt: Religion auf Schritt und Tritt.

Mystisch

Mystisch.

Binasco

Kirche von Bignasco. Hier fliesst die Bavona in die Maggia, ab sofort wandern wir im Maggiatal.

Maggiatail

Ich bin ein bisschen enttäuscht: Das Maggiatal ist breiter und weit weniger archaischer, als ich es mir vorgestellt habe.

Cevio

Cevio, Hauptort des Maggiatals, hat tolle, alte Architektur.

Visletto

Bei Visletto entdecke ich was Seltsames: Ist das eine alte Eisenbahnbrücke? Hier fährt doch nur der Bus, oder? Tatsächlich gab es von 1907 bis 1965 die «Maggiatalbahn», nicht zuletzt, um das in Cevio abgebaute Granit zu transportieren. Als LKWs und PKWs immer bedeutender wurden und der Kanton Tessin sein Budget lieber in die Centovallibahn investierte, wurde der Bahnbetrieb aufgehoben.

Notdurft

Leider führt der Wanderweg nicht an der Maggia entlang, sondern direkt an der Hauptstrasse. Da muss man den Zeitpunkt für eine Notdurft halt optimal einplanen.

Riveo

Nur noch selten sehen wir Schönes wie hier den Wasserfall bei Riveo.

Cashew-Nüsse

Eat local: Ich hatte als Zwischenverpflegung Nüsse gekauft. Mach ich sonst nie, aber gerade für einen Zweitäger ist das ein prima Snack. Und wie ich die Packung aufreisse, entdecke ich, dass die mit Pfeffer aus dem Maggiatal gewürzt sind. Ein schöner Zufall. Und auch sehr lecker!

Sisikon

Bei Someo sollen wir die Maggia überqueren. Aber wir finden die Brücke nicht! Wir irren am Ufer herum, doch alles Suchen hilft nichts.

Irgendwann wird es uns zu blöd. Und wir haben auch keine Lust mehr. Wir sind nun zwei lange Tage gelaufen. Wir haben Widrigkeiten und einem Kater getrotzt. Wir haben genug gesehen. Das letzte Stück der Route, entlang der Hauptstrasse, war auch ein Downer. Und dann hat – was mich kalt liess, Dave aber nicht – YB auch noch irgendein Spiel verloren. Also beenden wir die Tour ins Someo, trinken ein Bier und warten auf den Bus.

Oberalpsee

Die Zeit und die Motivation reichen dann gerade noch für ein mässig gelungenes Foto von Someo.

Robiei – Someo

31. August 2014

Mit Dave

27km · 49m · 1571m

Route auf Wanderland.ch

Die Etappen meiner Wanderung durch die Schweiz

Das Fazit: So war meine Wanderung durch die Schweiz