Mein Jurahöhenweg

Etappe 12: Ste-Croix - Vallorbe

An der Grenze.

Natürlich will ich gleich wieder jammern und schimpfen, aber dann merke ich: Nur das erste, kurze Wegstück nach Ste-Croix ist steil. Dann flacht der Weg ab; es geht schon bergauf, aber sanft. Und so hält sich mein Neid auf die Frührentner, die in La Citte Dessous schon um halb elf ihr Bier trinken, in Grenzen.

A propos Grenze: So nah wie heute war ich auf meinem Jurahöhenweg noch nie dem Ausland. Immer wieder werde ich daran erinnert, dass Frankreich teilweise nur ein paar hundert Meter entfernt ist: Autos mit französischen Kennzeichen, die «Rue de France» in Ste-Croix, die vielen Roaming-SMSe der Swisscom. Vor allem aber säumen unzählige Panzersperren und Schiesstürme aus den Weltkriegen meinen Weg.

Der geografische Höhepunkt ist der Le Suchet, den ich über einen - nun halt doch - steilen Waldpfad erreiche. Nach meinem Mittagsrast gehts abwärts. Es ist eine Reise durch die Bergzonen: Liegt unter dem Le Suchet noch eine richtige Alp und wandere ich danach an einem Skilift vorbei, passiere ich später emdende Bauern und sehe gar ein Getreidefeld!

Gegen Ende laufe ich der Orbe und einem äusserst pitoresken Stausee entlang. Als letzter Höhepunkt der Wanderung überquere ich auch noch ein Eisenbahnviadukt!

Mein Tagesziel Vallore scheint mir ein schönes Städtchen zu sein. Umso enttäuschter bin ich dann vom eher abgefuckten Bahnhof. Aber das Äussere passt: Als Grenzbahnhof hat Vallorbe seine Bedeutung verloren, und wer von hier nach Yverdon, der nächstgrössern Stadt will, muss einen Bus nehmen.

Gallerie: Bilder dieser Wanderung

Übersichtskarte
  • 29.08.2013
  • 24 km
  • ↑677m ↓937m
  • Karte